Minical „Rodeo“

Die Geschichte vom Rasenden Roland

Minical „Rodeo“ – die Geschichte vom Rasenden Roland

Sängerin Julia Kokke und Show-Partner Christoph Ehleben erzählen die Geschichte vom Rasenden Roland – frei nach  dem Epos „Orlando Furioso“ von Ludovico Ariosto – sehr frei! Da Vivaldi bereits eine Oper geschrieben hat, bringt das Künstler-Duo ein Musical. Da es nur 30 Minuten lang ist, haben sie diese Erzählform Minical getauft.

Die schöne Angelika, eine chinesische Prinzessin, verdreht Roland, dem Neffen Karls des Großen, den Kopf. Dieser verfällt in einen regelrechten Liebeswahn. Angelika fühlt sich gestalked. „Starring eyes chill me to the bone.“, singt sie in Libertango.

Prinz Astolfo, ein erfahrener Rodeo-Reiter, will seinem Freund Roland helfen. Er tauscht Frack und Zylinder gegen Fransenjacke und Hut mit breiter Krempe. Dann sattelt er seinen Hippogryphen, ein Tier halb Pferd, halb Greifvogel und fliegt als Rhinestone-Cowboy zum Mond, dem Ort der verlorenen Dinge. Nach seiner Landung sucht Astolfo dort zu den sphärischen Klängen von Jean-Michel Jarre Rolands Verstand. Tatsächlich findet er ihn in einer Flasche. Sein Freund ist gerettet.

Wieder bei Sinnen schreibt Roland Prinzessin Angelika einen Brief über seinen Zustand nach der Raserei: „In der Stille geschehen Dinge, die ich nie erwartet hätte. Plötzlich bemerkst du, dass die Stille die Gestalt, der Dinge annimmt, die du verloren glaubtest.“ Dies ist zugleich die Übersetzung des Liedes La voce del silenzio, das Angelika zum Ende auf Italienisch singt. Vielleicht muss man ja nicht immer gleich zum Mond fliegen, um wieder zu sich zu kommen. Die chinesische Prinzessin zieht jedenfalls nach diesem ganzen Wirrungen ihr eigenes musikalisches Fazit: I’ll never fall in love again.